Johann KiermeierInterim Management, GM Consulting e.K.

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Ein Unternehmen braucht mehr als einen Unternehmer.

Vier Fälle, wie ich denke und vorgehe.

Die Fälle sind Beispiele, keine Kundenprojekte. Sie zeigen, welche Fragen ich zuerst stelle, was ich vermute und wie ich vorgehe. Wenn Sie Ihr Unternehmen in einem davon wiedererkennen, sprechen wir darüber.

Das Erstgespräch dauert 20 Minuten und ist kostenlos.

Fall 1
Nachfolge, Bäckerei mit 25 Filialen
Fall 2
Vakanz, 30 Getränkemärkte
Fall 3
Personalkosten, 12 Gastronomiebetriebe
Fall 4
Restrukturierung, Großhandel mit 8 Niederlassungen

So denke ich, so gehe ich vor

NachfolgeBeispielfall

Betrieb
Bäckerei, 25 Filialen
Inhaber
64 Jahre, bis Ende 2028 an Bord
Nachfolge
Tochter, führt den Verkauf
Was der Inhaber sagt
„Unser Problem ist das Personal.“

Der Senior will übergeben. Entschieden wird trotzdem alles bei ihm.

Was ich zuerst frageWelche Entscheidung hat Ihre Tochter im letzten Monat allein getroffen?

Meine Vermutung

Hohe Fluktuation ist oft die Folge, selten die Ursache. Die Tochter trägt die Verantwortung für den Verkauf. Preise und Sortiment macht aber weiter der Senior, oft aus dem Gefühl heraus. Die Filialleitungen merken das und warten im Zweifel auf ihn. Wer wartet, geht irgendwann.

So gehe ich vor

  1. BefundGespräche quer durch Backstube, Filialen und Büro, bis sich die Aussagen wiederholen. Ich lege die Fluktuation je Filiale neben die Frage, wer dort was entscheiden darf.
  2. UmsetzungEine Liste, wer was entscheidet und bis zu welcher Grenze. Senior und Tochter unterschreiben sie beide. Der Senior stellt die Tochter in den Filialen selbst als Entscheiderin vor. Jede Woche eine feste Runde mit den Zahlen je Filiale.
  3. ÜbergabeDie Tochter leitet die Runde. Der Senior ist Gast. Ich ziehe mich zum vereinbarten Datum zurück.

Woran Sie merken, dass es wirkt: Der Senior erfährt von einer Preisänderung aus dem Wochenbericht. Und er ist einverstanden.

VakanzBeispielfall

Betrieb
Getränkemärkte, 30 Standorte
Lage
Kündigung, drei Monate Frist, kein Nachfolger
Folge
Inhaber führt die Region nebenbei

Der Regionalleiter kündigt. Ab Montag rufen alle Marktleiter den Chef an.

Was ich zuerst frageWas hat er wirklich entschieden, und was hat er nur weitergegeben?

Meine Vermutung

Ein guter Regionalleiter hat vieles im Kopf, das nirgends steht: welcher Marktleiter Hilfe braucht, welche Vereinbarung mit welchem Vermieter gilt. Geht er, geht das Wissen mit. Die Stelle sofort neu zu besetzen, löst das nicht. Erst muss klar sein, was die Stelle eigentlich ist.

So gehe ich vor

  1. Übergabe sichernSolange er noch da ist, fahre ich mit ihm die Märkte ab und schreibe mit. Was er entschieden hat, kommt auf eine Liste.
  2. Position auf Zeit führenIch übernehme die Region selbst. Die Marktleiter haben wieder einen Ansprechpartner, der Inhaber hat seine Zeit zurück.
  3. Nachfolger aufbauenOft sitzt der Nachfolger schon im Haus. Ich nehme ihn in jede Runde mit und gebe ihm Schritt für Schritt Entscheidungen ab. Das Enddatum steht von Anfang an fest.

Woran Sie merken, dass es wirkt: Die Marktleiter rufen wieder in der Region an. Und irgendwann nicht mehr mich.

PersonalkostenBeispielfall

Betrieb
Gastronomie, 12 Betriebe
Lage
Umsatz stabil, Personalkostenquote steigt
Was die Betriebsleiter sagen
„Wir sind eh schon knapp besetzt.“

Der Umsatz hält. Die Personalkosten steigen trotzdem jedes Jahr.

Was ich zuerst frageWann kommen Ihre Gäste, und wann kommen Ihre Leute?

Meine Vermutung

Dienstpläne folgen meist der Gewohnheit. Die Schicht beginnt um sechs, weil sie immer um sechs begonnen hat. Dann ist der Betrieb morgens zu voll und mittags zu knapp. Beides kostet: zuerst Lohn, danach Umsatz. Bei ALDI SÜD habe ich das in einer ganzen Region umgestellt.

Wochenbericht je Betrieb, Beispielwerte zur Veranschaulichung
BetriebUmsatz je StundePersonalkosten in % vom UmsatzAbweichung zur Planung
Betrieb 03142 €27,8 %+0,4 Pkt.
Betrieb 07118 €33,1 %+3,9 Pkt.
Betrieb 11131 €29,5 %−0,6 Pkt.

So gehe ich vor

  1. BefundEr beginnt mit dem Standort-Check. Ich lege Gästezahlen je Stunde und Wochentag neben den Dienstplan, prüfe Öffnungszeiten und Mieten. Am Ende ein halber Tag Workshop mit der Geschäftsführung.
  2. UmsetzungEine einfache Planungsregel für jeden Betriebsleiter: Personal folgt der Gästekurve. Dazu eine Zahl, die jede Woche auf den Tisch kommt.
  3. ÜbergabeDie Betriebsleiter planen selbst nach der Kurve. Abweichungen sieht die Zentrale im Wochenbericht, bevor sie im Monatsabschluss stehen.

Woran Sie merken, dass es wirkt: Mittags fehlt niemand mehr. Und die Quote sinkt, ohne dass jemand entlassen wurde.

RestrukturierungBeispielfall

Betrieb
Großhandel, 8 Niederlassungen, eigene Touren
Lage
Konzept fertig, Bank verlangt monatliches Reporting
Risiko
Maßnahmen ohne Namen und ohne Datum

Das Sanierungskonzept liegt auf dem Tisch. Wer setzt es in den Niederlassungen um?

Was ich zuerst frageWelche Maßnahme im Konzept hat einen Namen und ein Datum?

Meine Vermutung

Ein gutes Konzept beschreibt, was passieren muss. Wer es in welcher Niederlassung bis wann macht, steht selten drin. Die Leute vor Ort haben am Konzept nicht mitgeschrieben. Sie sollen es aber tragen.

So gehe ich vor

  1. ÜbersetzenJede Maßnahme bekommt eine Niederlassung, einen Verantwortlichen und ein Datum. Die Niederlassungsleiter höre ich vorher an.
  2. SteuernEin Monatsabschluss je Niederlassung und eine wöchentliche Steuerungsrunde. Der Bericht ist so gebaut, dass die Bank ihn ohne Rückfrage lesen kann.
  3. ÜbergebenDie Runde läuft mit Ihrem Team weiter. Ich gehe, wenn die Zahlen zweimal hintereinander pünktlich und ohne mich gekommen sind.

Woran Sie merken, dass es wirkt: Die Bank ruft seltener an. Sie liest den Bericht.

Ein Gespräch, 20 Minuten, kostenlos

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