NachfolgeBeispielfall
- Betrieb
- Bäckerei, 25 Filialen
- Inhaber
- 64 Jahre, bis Ende 2028 an Bord
- Nachfolge
- Tochter, führt den Verkauf
- Was der Inhaber sagt
- „Unser Problem ist das Personal.“
Der Senior will übergeben. Entschieden wird trotzdem alles bei ihm.
Was ich zuerst frageWelche Entscheidung hat Ihre Tochter im letzten Monat allein getroffen?
Meine Vermutung
Hohe Fluktuation ist oft die Folge, selten die Ursache. Die Tochter trägt die Verantwortung für den Verkauf. Preise und Sortiment macht aber weiter der Senior, oft aus dem Gefühl heraus. Die Filialleitungen merken das und warten im Zweifel auf ihn. Wer wartet, geht irgendwann.
So gehe ich vor
- BefundGespräche quer durch Backstube, Filialen und Büro, bis sich die Aussagen wiederholen. Ich lege die Fluktuation je Filiale neben die Frage, wer dort was entscheiden darf.
- UmsetzungEine Liste, wer was entscheidet und bis zu welcher Grenze. Senior und Tochter unterschreiben sie beide. Der Senior stellt die Tochter in den Filialen selbst als Entscheiderin vor. Jede Woche eine feste Runde mit den Zahlen je Filiale.
- ÜbergabeDie Tochter leitet die Runde. Der Senior ist Gast. Ich ziehe mich zum vereinbarten Datum zurück.
Woran Sie merken, dass es wirkt: Der Senior erfährt von einer Preisänderung aus dem Wochenbericht. Und er ist einverstanden.